Feuchtigkeitscremes: Darauf können Sie verzichten!

Fast jede Frau benutzt täglich Feuchtigkeitscremes (FC), meist deshalb, weil sich die Haut trocken anfühlt. Für FC (engl. Moisturiser) wird so intensiv geworben, dass der Eindruck entsteht, sie gehörten zwingend zur Hautpflege.

Oberflächliche Wirkung

FCs haben die Aufgabe, Feuchtigkeit in die Haut zu ziehen und auf der Oberfläche zu versiegeln. Dies erreichen sie mit Feuchthaltern (Humectants), welche Wasser binden und auf der Haut festhalten wie z.B. Glycerin, Hyaluronsäure oder Urea (Harnsäure). Emoliente sind Weichmacher wie z.B. Kokosnussöl. Sie sind ölhaltig und verschliessen und glätten die Hautoberfläche.

Künstliche Feuchtigkeit von aussen

Derart befeuchtete Hornhaut wirkt optisch weniger faltig und fühlt sich beruhigt an. Dieser Effekt ist jedoch nur oberflächlich und kurzfristig, die Falten sind deswegen nicht weniger tief. Nur der tote Teil der Haut, die Hornschicht, wird geglättet. Die solcherart künstlich von Aussen befeuchtete Haut erfährt eine verzögerte hauteigene Befeuchtung, so dass die Haut mit der Zeit trockener wird und eine Abhängigkeit für künstliche Befeuchtung entsteht. Wer häufig Lippenpomaden benutzt, kennt vielleicht die austrocknende Wirkung und Abhängigkeit. Längerfristig findet eine Verminderung der Hautvitalität statt. Wie erklärt sich eine derartige Hautverschlechterung bei regelmässiger Anwendung von FC?

Das Zein-Obagi-Erklärungsmodell

Wir bevorzugen das Erklärungsmodell von Dr. Zein Obagi, weil der Anti-Aging-Arzt aus Beverly Hills mit seiner Methode einzigartige Behandlungserfolge erreicht. Gemäss Dr. Obagi stören Feuchtigkeitscremes u. A. die Abschilferung in der Epidermis. An der Hautoberfläche sammeln sich die toten Hautzellen, verstopfen die Poren. Schlimmer noch: Wird die Hautoberfläche künstlich befeuchtet, tut sie es nicht mehr auf natürliche Weise. Sie stellt keine oder weniger Vital Natural Moisturising Factors (NMFs) her. Dadurch fehlen die hauteigenen NMFs aus Aminosäuren, Urea und Milchsäure, welche zu einer gesunden Hautbarriere beitragen. Ausserdem werden weniger Glycosaminoglycane (GAGs) produziert, in deren schwammähnlichen Strukturen die Haut Wasser lagert. Was passiert? Längerfristig wird die Haut trockener, grobkörniger, grossporiger, fleckiger und röter. Der verlangsamte Hautzyklus und die trägen Zellen lassen die Haut dünner und faltiger werden.

Feuchtigkeitscremes nur bei Bedarf

Nur etwa 15 % der Menschen neigen zu trockener Haut, so Obagi. Für jene sind FC eher geeignet. Für alle anderen gilt: FCs sind wie ein Dessert für die Haut und keinesfalls für den täglichen Gebrauch bestimmt, sonst schaden sie mehr als sie nützen. Das heisst, FCs sollten nur bei Bedarf zur Anwendung kommen, wenn die Haut besonders strapaziert wurde.

Feuchtigkeitscremes mit aktivierenden Stoffen

Anstelle von FC legt man Vitamin-A-Seren auf. Vitamin-A, resp. Retinol, hilft, die Zellen zu aktivieren. So wird die Kollagenproduktion gefördert, die Haut verdickt und Lichtschäden werden vermindert. Das Gefühl der Trockenheit verschwindet, weil die Feuchtigkeit aus den Zellen kommt und die Hautbarriere intakt ist. Anstatt die Hornhaut mit FC zuzuspachteln, werden die Zellen fleissig angeregt.

Retinol und weg mit Öl

Der Dermatologe ist überzeugt, dass Öle, sogar das hauteigene Sebum, längerfristig der Haut schaden und es zu Entzündungsreaktionen kommen kann. Er vermutet auch einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Spätakne im Erwachsenenalter und Rosazea, einer entzündlichen Hauterkrankung.

Allein die Anwendung seines Reinigungsprogramms führt meist zu einer deutlichen Hautverbesserung. Die fast sofortige, strukturverbessernde Wirkung von "Wash, Scrub und Oil Control" (Waschen, Schrubben, Sebum-Kontrolle) geben ihm Recht.

D. Schenker & C. Friderich / Tel. +41 79 194 52 08 / info@frischinstitut.ch

Impressum / Disclaimer

​© 2018 Frisch designed by RJWebdesign